
Liebes Tagebuch,
heute war ein ein grauenhafter Tag, bei dem meine polizeilichen Fähigkeiten stark auf die Probe gestellt wurden. Ich musste heute eine Todesnachricht an die Familie Moser überbringen.
Gritli, die Tochter der Mosers, wurde tot und misshandelt im Wald von Mägendorf aufgefunden. Der einzige Tatverdächtige ist ein Hausierer namens von Gunten, der die Leiche des Mädchens aufgefunden hat. Ich bin mir nicht sicher, ob er der Mörder des Mädchens ist, aber alles spricht für ihn.
Als ich die Todesnachricht überbringen sollte, fühlte ich mich unwohl. Als Kommissar müsste es mir mittlerweile leichter fallen Todesnachrichten zu überbringen, jedoch fällt es mir jedes mal aufs Neue schwer.
Als ich am Haus der Eltern stand, wusste ich nicht, wie ich den Eltern sagen sollte, dass ihre Tochter ermordet wurde. Der Vater kam mir entgegen und fragte mich, ob etwas mit seiner Tochter etwas geschehen sei. Ich war mir nicht sicher, ob ich antworten sollte, somit stellte ich ein paar Gegenfragen, um der unangenehmen Situation auszuweichen und das Gespräch zu verlängern.
Als der Vater jedoch viele konkrete Fragen stellte, sagte ich ihm, dass seine Tochter ermordet im Wald von Mägendorf aufgefunden wurde. Der Mann war schockiert und konnte es noch nicht realisieren. Ich dachte, dass er mit seinen Beil auf mich losgehen würde, aber er ging zu seiner Frau und umarmte sie. In diesem Augenblick wusste ich, dass ich diese Situation nie mehr vergessen würde.
Plötzlich fragte mich die Mutter, wer der Mörder sei. Daraufhin versprach ich ihnen den Mörder zufinden. Normalerweise dürfte ich solche Versprechen nicht geben, aber ich musste es sagen, um der Familie wenigstens ein bisschen Trost zu schenken. Ich wollte noch etwas Tröstliches zum Abschied sagen, aber mir fiel nichts ein, das passend wäre. Somit sprach ich mein Beileid aus und ging wieder zurück.
Plötzlich hörte ich einen Schrei, bei dem ich nicht wusste, ob es der Vater oder die Mutter des Mädchens war, das so weinte. In diesem Augenblick wusste ich, dass sie den Tod ihrer Tochter realisiert haben.
Ich wollte nur noch weg!
Matthäi